Deutsche Stimme Interview: „Sich an Rußland zu orientieren bedeutet nicht, sich abhängig zu machen“

16. Januar 2014 at 14:53

chronik_dsDie Deutsche Stimme sprach mit dem Historiker und NPD-Politiker Dr. Olaf Rose über Europa, die deutsch-russische Partnerschaft und die Nationaldemokraten in Sachsen

Das komplette Interview können Sie in der Februarausgabe der Deutschen Stimme lesen.

 

Frage: Herr Dr. Rose, seriöse Demoskopen sagen für die EU-Wahl im Mai 2014 ein massives Erstarken euroskeptischer, rechter und nationaler Parteien voraus. Im nächsten Europaparlament könnten solche Parteien demnach bis zu 30 Prozent der Sitze erhalten. In mehreren Ländern, darunter Österreich, Frankreich und den Niederlanden, könnte eine rechte politische Kraft sogar stärkste Partei werden. Wird sich dieser Rechtsruck ihrer Meinung nach auch in Deutschland bemerkbar machen.

 

Rose: Ja, davon sind wir, glaube ich, alle überzeugt. Zunächst einmal ist eine Europawahl stets ein Strafgericht für die etablierten Parteien gewesen. Das wird diesmal nicht anders sein, ganz im Gegenteil, die Euro-Krise, die Grenzkriminalität, die Lohndrückerkolonnen und gerade auch die Armuts- und Kriminalitätszuwanderung aus Südosteuropa (Stichwort: „Roma“) haben die Volksseele derart hochkochen lassen, daß sich dies in Prozenten, nicht in Zehnteln, niederschlagen wird. Selbstverständlich werden sich in Deutschland derzeit noch keine Ergebnisse von 30 Prozent  erzielen lassen, aber drei bis vier Prozent lassen sich für die NPD durchaus realisieren, selbst wenn eine weitere systemkonforme Neugründung wie die AfD ebenfalls einige Prozente abgreifen sollte.

Frage: Gesetzt den Fall, die NPD zieht im Mai mit einem oder mehreren Abgeordneten ins Straßburger Parlament ein, sollten die Nationaldemokraten dann auf europäischer Ebene Kontakt zu Gleichgesinnten aus anderen Ländern suchen?

 

Rose: Ich nehme an, die Frage ist eher rhetorisch gestellt. Ich halte es nicht nur für eine, ich halte es für eine der, wenn nicht für die vordringlichste Aufgabe der NPD, auf europäischer Ebene endlich Bündnisfähigkeit mit möglichst vielen und darunter, wenn möglich, auch größeren nationalen Parteien zu erlangen. Dies ist natürlich nicht einfach, denn wir kennen die Abgrenzungsbefindlichkeiten nationaler Parteien nur allzu gut. Es wird aber angesichts der Stärke Deutschlands vielleicht doch möglich sein, potentiellen europäischen Partnerparteien deutlich zu machen, daß eine gemeinsame und damit wirksame Abwehrhaltung gegen die völkerzerstörende EU-Politik ohne uns, das Herz Europas, von vornherein wenig Aussichten hat. Und in Deutschland wird die NPD erneut als die mit Abstand stärkste patriotische Partei aus der Europawahl hervorgehen.

 

Frage: In welchen Fragen sollte die Euro-Rechte ihrer Meinung nach mit einer Stimme sprechen – und wo sehen Sie, möglicherweise wegen nationaler Befindlichkeiten oder historischer Altlasten, Probleme bei der Zusammenarbeit?

 

Rose: Auch wenn dies im einzelnen noch auszuloten gilt, so dürfte jetzt schon klar sein, daß das Kardinalproblem für alle patriotischen Parteien in Europa das gleiche sein wird: die die Substanz der jeweiligen Völker zersetzende und auflösende Zuwanderung aus allen Teilen dieser Erde, insbesondere aus dem afrikanischen und vorderasiatischen Raum, die in spätestens zwei Jahrzehnten irreversibel sein wird, wenn sie nicht gestoppt werden kann. Der gemeinsamen Währung, dem Euro, wohnt, was den friedlichen Zusammenhalt der Völker betrifft, eine ähnlich zerstörerische Sprengkraft inne, da sie das Trennende, das vermeintlich Unzumutbare, insbesondere für die südlichen Europäer sichtbar macht und mit Deutschland einen neuen/alten Sündenbock ins Visier rückt.

Wir müssen in diesen Fragen sehr sensibel argumentieren, denn wir dürfen nicht vergessen, daß Europa eine tausendjährige Entwicklungsgeschichte hat, in der fast jeder gegen jeden mehrere Kriege geführt hat, man sich permanent als Konkurrenz wahrnahm, und genau diese Befindlichkeiten können in bezug auf Deutschland in wenigen Tagen in fast allen Staaten wieder geweckt werden können. Es kommt also darauf an zu akzeptieren, daß die patriotischen Parteien Europas zwar im Bereich ihrer Innenpolitik durchaus auch mal – was Deutschland betrifft – befremdliche Töne anschlagen werden, daß sie aber mit ihrer Kritik nicht das deutsche Volk verantwortlich machen und sich auf europäischer Ebene, also in Brüssel und Straßburg, zu einer gemeinsamen und konstruktiven Haltung verständigen können. Da wird auf allen Seiten viel Fingerspitzengefühl, Nachsichtigkeit und diplomatisches Geschick nötig sein.

 

Frage: Kürzlich trafen sich auf Einladung der italienischen „Lega Nord“ am Rande ihres Parteitages Vertreter verschiedener europäischer Rechtsparteien. Mit am Tisch saß erstmals auch ein Duma-Abgeordneter der Putin-Partei „Einiges Rußland“. Wie bewerten Sie dies? Streckt die russische Regierungspartei gezielt ihre Fühler in Richtung patriotischer Kräfte in Europa aus?

 

Rose: Man merkt doch, daß es dem russischen Präsidenten Putin langsam auf die Nerven geht, von den westeuropäischen Staaten permanent als undemokratisch dargestellt zu werden, nur weil er seine Politik zum Wohle Rußlands auf ein Wertefundament (Familienförderung, Traditionsbewußtsein, Religion, Wehrhaftigkeit, Heterosexualitätspräferenz usw.) stellt, das in der Europäischen Union längst ad acta gelegt worden ist. Ich denke z. B. an den Präsidentschaftswahlkampf in Rußland, in dem Putin zwar fünf Stunden im Staatsfernsehen reden durfte, seine sechs oder sieben Mitkandidaten aber immerhin auch jeweils 20 Minuten Sendezeit zur Verfügung hatten. Dieses „Mißverhältnis“ wurde vor allem in Deutschland weidlich kritisiert. Wenn ich mich an die Bundespräsidentenwahl 2012 erinnere, so war Joachim Gauck – es sei ihm von Herzen vergönnt – auf jedem Kanal und in allen Zeitungen stundenlang bzw. seitenweise über Wochen präsent, die Kandidatin der Linken, Beate Klarsfeld, geschätzte 80 Prozent weniger, und der dritte Kandidat, meine Wenigkeit, nicht eine Sekunde lang, sondern erst am Tag der Wahl. Es wurde sogar im Ältestenrat des Bundestages eigens darüber debattiert, wie man mir eine Vorstellung vor den Wahlmännern und -frauen versagen könne. Das war anscheinend nicht undemokratisch. Die Russen berichteten ja sogar darüber, und in der Botschaft bleibt das nicht unbeobachtet.

Es wäre also sinnvoll, wenn sich die Partei „Einiges Rußland“ in Europa nach den patriotischen Kräften umschauen würde, die eine engere und fairere Zusammenarbeit mit Rußland wünschen. Und mit vergleichsweise finanziellen „Peanuts“ als Unterstützung könnte Putin bei jeder Wahl ein tektonisches Beben auslösen. Daß diese Fühler bereits ausgestreckt sind, ist auch mir aus eigener Anschauung bekannt.

 

Frage: Sollte sich auch die deutsche Rechte, speziell die NPD, stärker als bislang an Rußland orientieren?

 

Rose: Sich an Rußland zu orientieren bedeutet ja nicht, sich von Rußland abhängig zu machen. Eine an nationalen Interessen orientierte Politik Deutschlands muß allerdings, um sich dem Würgegriff der USA (NSA-Abhörskandal, das Hereinziehen der Bundeswehr in Kriege, die gegen deutsche Interessen verstoßen, die Implementierung des „American way of life“ etc.) und der permanenten politischen und finanziellen Erpreßbarkeit durch Israel, aber auch der vertraglich erzwungenen Ausbeutung durch Zahlungen an die Europäische Union und andere Staaten entziehen zu können, eine Alternative in Betracht ziehen. Diese Alternative war im 19. Jahrhundert fast 80 Jahre lang Rußland, war 1922 in Rapallo die Sowjetunion und wird jetzt wieder Rußland sein. Beide Seiten würden davon, wie in der Vergangenheit, umfangreich profitieren, mit dem wichtigen Unterschied, daß sich dieser bilateralen Kontakte auch andere europäischen Staaten, etwa Frankreich, anschließen dürfen und sollen. Hier wird also keine Politik gegen europäische Nachbarn, sondern für und hoffentlich auch mit Ihnen betrieben werden.