„Macht hoch die Tür, das Tor macht weit…“

7. Januar 2014 at 19:51

nein, nein, es kommt nicht, wie es in diesem schönen katholischen Kirchenlied der Vorweihnachtszeit heißt, der „Herr der Herrlichkeit“, es kommt eher das relative Gegenteil, denn statt des Herrn der Herrlichkeit kommen Armutszuwanderer, für die das Beziehen von Kindergeld in Deutschland allerdings bereits eine Vorstufe der irdischen Herrlichkeit darstellt. Und die unverantwortlichen Politiker, die die deutschen Tore schon seit Jahren sperrangelweit aufgemacht haben, wissen das natürlich.

Aber mit der zum gegenwärtigen Zeitpunkt zumindest nicht zu stoppenden „Arbeitnehmerfreizügigkeit“ droht nun doch eine Lawine auf verschiedene Staaten der Europäischen Union, nicht nur auf Deutschland, zuzurollen, die alles bisherige in den Schatten zu stellen droht. Daher auch die Panik, die man den täglichen Pressekommentaren entnehmen kann und die am 4. Januar erneut als erste und längste Meldung Dauerthema in sämtlichen Medien war.
Und da in Bayern bereits im Februar Kommunal- und Kreistagswahlen stattfinden, versucht die CSU wieder, als Juniorpartner der NPD aufzutreten und die von uns seit Jahren vorgetragenen Parolen nachzubeten, ja sogar zuzuspitzen: „Wer betrügt, fliegt!“ Gemeint sind Bulgaren und Rumänen, aber dies kommt natürlich einer Falschmeldung gleich, denn während man um die Zuwanderung rumänischer und bulgarischer Ärzte, Ingenieure und anderer gut ausgebildeter Fachkräfte buhlt, fürchtet man sich vor einer Volksgruppe, deren Namen man nicht in den Mund nimmt, obgleich jeder hier in Deutschland weiß, wer gemeint ist: die Vertreter der Volksgruppen der Roma, der Ashkali und der Balkan-Ägypter und wie die Subspezies alle heißen, ein Personenkreis, der in der Regel wie Zigeuner aussieht, sich wie Zigeuner benimmt und den Tätigkeiten von Zigeunern nachgeht bzw. der nichts nachgeht und der daher in ganz Europa auch Zigeuner genannt werden darf, (auf Englisch „Gypsies“, französisch „Tzigane“, italienisch „Zingaro“ und Russisch sowie Polnisch „Zigan“), bei uns aber neuerdings „Roma“ heißen muß. Also bitte merken: „Zigeuner“, das geht gar nicht!

„Wer betrügt, fliegt!“ stimmt zwar, ist aber zu kurz gesprungen, denn auf die CSU gemünzt müßte man hinzufügen: „Wer lügt, fliegt auch!“ Jeder halbwegs orientierte Wähler weiß doch seit Jahrzehnten, daß die CSU vor jeder Wahl nationale Töne spuckt und am Ende immer wieder den Schwanz anzieht. Wer erinnert sich nicht etwa an Edmund Stoiber, der 1992 im Bundesrat eine flammende Philippika gegen die Einführung des Euros hielt, und danach für!!! den Euro stimmte. Und dieses nationale Simulationsgefasel sollte endlich abgestraft werden. Und die CSU gehört nicht in die Kommunal- und Kreistage, sondern auf die Anklagebank in Karlsruhe – neben die NPD.

Auch die Lüge von den hochqualifizierten Zuwanderern, deren akademisches Niveau den deutschen Durchschnitt übertreffe, sollte endlich an der Wahlurne eine angemessene Antwort erhalten. Die Realität sieht nämlich doch etwas anders aus. Wir können einfach nicht glauben, daß Menschen, die zuhause auf Leiterwagen fahren, die von Panjepferdchen gezogen werden, und die auf Ihrer Transferfahrt nach Deutschland oder England zum ersten Mal einen Bus besteigen, in ihrer Freizeit am offenen Herzen operieren. Wenn dann aber wirkliche Bulgaren oder Rumänen kommen, die eine hochqualifizierte akademische Ausbildung und Tätigkeit vorweisen können, dann ist es ein noch größeres postkoloniales Verbrechen an dereen Heimatländern, wenn begattungsmüde Westeuropäer den fehlenden eigenen Nachwuchs mit Euroscheinen aus dem Ausland anlocken. Gerade diese Staaten schaffen es so niemals, auch nur annäherungsweise ein Wohlstandsniveau zu erzielen, das dem unserem ähnelt, wenn permanent die besten Köpfe abgeworben werden, deren teure Ausbildung zudem noch von den Herkunftsländern bezahlt wurde. Und so ist es dann kein Wunder, daß die seit Jahrhunderten bildungsfernsten und bildungsärmsten Schichten den Hochqualifizierten sofort in erheblich größerer Quantität nachfolgen und damit den angeblichen Saldogewinn für den deutschen Steuerzahler, den die positive Zuwanderung bringen könnte, ins Gegenteil verkehren.

Das wußte auch Davit Cameron, als er Ende November ganz auf Krawall gebürstet die nahezu rechtliche Gleichstellung von rumänischen und bulgarischen „Roma“ einschränken bzw. abschaffen wollte und für diesen Schritt um die Unterstützung Deutschlands, der Niederlande und anderer betroffener Staaten warb. Wohlgemerkt, Großbritannien erwartet „lediglich“ 50.000 dieser „Rumänen“ und „Bulgaren“ pro Jahr, die Bundesregierung geht von 180.000 für dieses Jahr aus, und jeder weiß, daß hier nur die geringstmöglichen Schätzungen offengelegt wurden. Mit seiner Forderung, die Arbeitnehmerfreizügigkeit einzuschränken und den Zugang zu den Sozialsystemen fürs erste zu unterbinden, setzte Cameron Hammer und Meißel an das Fundament der Europäischen Union an. Entsprechend rüde legte die luxemburgische Kommissarin Reding England sofort den Austritt nahe und der abgehalfterte ungarische Kommissar Lászlò Andor meinte gar, England drohe zum „häßlichen Land“ Europas zu werden; er leugnete sogar einfach das Phänomen der Armutszuwanderung. Man fragt sich bei solchen Einlassungen, wieviel selbstgebrannten Spiritus man trinken muß, um gleichzeitig auf beiden Augen zu erblinden…

Wie dem auch sei: das Thema Einwanderung treibt die Wähler in Scharen den Parteien in die Arme, die im jeweiligen Land vor diesen Folgen seit Jahren gewarnt haben. Und so wie Cameron in Großbritannien die Ukip fürchtet, so fürchtet die herrschende Parteienlandschaft in der BRD die NPD, die bis zum Mai ohne eigenes Zutun das prominenteste Thema besetzen und von den Medien jede Menge unfreiwillige Unterstützung erhalten wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob Elmar Brok ([CDU] der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses der EU) Fingerabdrücke für bulgarische und rumänische „Einwanderer“ fordert, um ein Mehrfachschmarotzen auszuschließen, oder ob die Kommunen lediglich mehr Geld haben wollen, um die Roma-Slums, die sich inzwischen in Duisburg, Dortmund und Berlin gebildet haben, farblich etwas aufzuhübschen und die unvermeidlichen Sozialhelfer einstellen zu können. Alles nur erbarmungswürdige Scheingefechte, die das eigentliche Problem nicht einmal berühren.

Zum ersten Mal in ihrer europäischen Geschichte, also etwa seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, wird die unkontrollierte Zuwanderung von Roma etwas Positives bewirken: nämlich Widerstand, das Erstarken der nationalen Opposition, ein europäisches Parlament, das nicht mehr aus Fraktionen von liberalen, konservativen und sozialistischen Abnickern besteht, sondern zu einem guten Teil, wenn nicht sogar in seiner Mehrheit aus Abgeordneten, die gegen diesen Wahnsinn antreten werden.

Man darf es also auch mit einer gewissen Gelassenheit sehen. Kürzlich schickte mir ein Mitglied des Front National ein Beispiel gallischen Galgenhumors:

Ein rumänischer Roma mit einem Kind fragte den letzten Präsidenten Sarkozy, was er ihm gäbe, wenn er nach Rumänien zurückgehe. Dieser antwortete: 1500 €.

Der „Rumäne“ überlegte, beschloß zu warten, noch ein Kind zu zeugen und den nächsten Präsidenten erneut zu fragen. Holland antwortete auf die gleiche Frage, er gebe ihm 2500 €, wenn er Frankreich verließe.
Unser Freund beschloß, noch ein paar Jahre zu warten, noch drei Kinder zu zeugen, damit den Jackpot geknackt zu haben und den nächsten Präsidenten erneut zu fragen. 2017 ist es soweit. Er fragt den neuen französischen Staatspräsidenten, was er ihm gäbe, wenn er mit seinen fünf Kindern Frankreich verließe.
Und Marine le Pen antwortet: „Fünf Minuten!“

Für uns sollte das genug Ansporn sein, um den Wahlkampf um den Einzug ins europäische Parlament tatkräftig anzupacken, denn diesmal bläßt der Wind nicht von vorne, sondern von hinten. Europawahlen waren stets Wahlen, mit denen Regierungen und auch Teile der Opposition abgestraft worden sind. Und diesmal haben nicht nur die Deutschen, sondern fast alle Europäer einen Grund, mit dem Kugelschreiber nicht nur eine neue Balkankrise auszulösen (die letzte war 1913/14), sondern ein wahres Straf- und Scherbengericht abzuhalten.

Dr. Olaf Rose