Silvio Berlusconi, unser Lieblingsfreier

1. Mai 2014 at 9:41

NPDS_051Silvio Berlusconi, der schmerzfreie Altmeister hat wieder zugeschlagen. Nein, er hat sich diesmal keine frühreifen minderjährigen Hobbyprostituierten von seinen schmierigen Capos zuführen lassen, er hat auch in dem Mailänder Altenheim, in dem er seine Sozialstunden abreißen muss, keine alten Omas unsittlich betatscht, er, hat endlich zu seiner alten Form als Wahlkämpfer zurückgefunden. Der enge Verbündete von Angela Merkels CDU im Europaparlament hat ein Gespür dafür, wie sich in Italien gegenwärtig am meisten Stimmen einfangen lassen. Nicht etwa durch Verweis auf eigene Unfähigkeit oder Untätigkeit, auf veraltete wirtschaftliche und fiskalische Strukturen, auf südliche Landesteile, die noch nicht im industriellen Zeitalter angekommen sind, sondern durch den ostentativen Fingerzeig auf den Hauptschuldigen sämtlicher Miseren in der Welt: den Deutschen und insbesondere den deutschen Nationalsozialismus, der angeblich noch längst nicht aufgearbeitet worden ist, obwohl wir langsam den Eindruck haben, dass man in Deutschland über nichts anderes mehr spricht.

Kurz und gut, Berlusconis plakatives Motto lautet daher „Piu Italia, meno Germania“. Die Übersetzung fällt hier nicht schwer: „Mehr Italien, weniger Deutschland“.

Wir allerdings sehen es etwas anders: „Piu lavorare, meno dolce far niente“ („Mehr arbeiten, weniger süßes Nichtstun“ oder „Piu riflettere, meno prostituti“ („Mehr nachdenken, weniger kleine Nutten“).

Aber was können die Italiener für Berlusconis Ausfälle, was können wir Deutschen für Angela Merkel!? Allerdings fragt man sich, was eigentlich schlimmer ist; wenn ein Altkanzler eine herzliche Männerfreundschaft mit dem russischen Präsidenten unterhält, oder wenn eine amtierende Bundeskanzlerin  sich nicht sofort und umgehend von einem solchen Hetz-Padrone distanziert und glaubwürdig versichert, mit der Forza Italia das Bündnis aufzulösen. Aber wahrscheinlich ist Frau Merkel gegenüber solchen Anfeindungen abgestumpft, da sie ohnehin in der Presse fast jeden Landes, das sie besucht, mit Hakenkreuzbinde, Wehrmachts-Tellermütze oder in kleidsamer SS-Uniform als deutsche Nazi-Domina persifliert wird.